Denk an mich!

Unterstützende Handlungswege zum souveränen Umgang mit Kindern aus suchtbelasteten Familien im beruflichen Kontext

Die Kinderschutzgesetze geben einen guten Rahmen hinsichtlich möglicher Kindeswohlgefährdungen. Doch ist es im praktischen Alltag nicht immer einfach, in Akutsituationen abzuwägen. Wichtig ist für Sie als Fachkraft, die mit Kindern arbeitet, dass Sie in solchen Situationen nicht alleine sind und Ihnen an verschiedenen Stellen Hilfe angeboten wird.

Diese App zeigt Ihnen Handlungsmodelle auf, wie Sie in solchen Situationen adäquat handeln können. Sie macht es Ihnen auch leichter, den Überblick zu bewahren und einen professionellen Umgang in schwierigen Situationen an den Tag zu legen.

Wenden Sie sich gerne bei technischen oder inhaltlichen Fragen und Anliegen zu dieser App an das Referat Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz. Wir freuen uns auch über Ideen zu neuen Situationen, die wir in die App aufnehmen können.

Kontakt: suchtpraevention@lzg-rlp.de

Allgemeine Hinweise

Um in diesen schwierigen Situationen einen adäquaten Umgang zu finden, gilt es folgende 3 Punkte zu beachten:

  1. Ich notiere mir, bevor es zu einer brisanten Situation kommt die Kontaktdaten meiner AnsprechpartnerInnen im Bedarfsfall
  2. Ich kläre mit der Leitung meiner Institution den genauen Ablauf einer solchen Situation, um Handlungssicherheit zu erlangen.
  3. Ich halte mich an die Vorgaben, die vorab festgelegt wurden.

Allgemeine Informationen sowie weiterführende Links:

Wichtig zu wissen ist, dass nicht immer Sucht das Thema sein muss, wenn in der Familie etwas nicht stimmt. Man sollte jedoch damit rechnen, dass ein solches Thema zur Sprache kommt und dann ist es umso besser, gut vorbereitet in der Situation anzukommen.

Generelle Verfahrensabläufe bei Verdacht auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung:

Wenn eine Fachkraft, egal aus welcher Institution, Hinweise darauf hat, dass eine latente oder gar eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegen könnte, sind dies die generellen Verfahrensabläufe:

  1. Das Gespräch mit den Eltern suchen und den Eindruck schildern, sofern dies nicht die Situation des Kindes gefährden würde.
  2. Wenn dies nicht zum gewünschten Erfolg führt und ein anhaltender Suchtmittelkonsum wahrgenommen wird, so hat die Fachkraft ein Anrecht auf die Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft des Jugendamtes (§ 8b SGB VIII).
  3. Wird dem Jugendamt eine mögliche KWG bekannt, so wird das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrerer Fachkräfte eingeschätzt. Die Erziehungsberechtigten und das Kind sind bei dieser Einschätzung einzubeziehen, sofern dies den Schutz des Kindes nicht in Frage stellt.
  4. Im weiteren Verlauf werden die Fachkräfte des Jugendamtes einschätzen, ob eine Hilfe zur Erziehung initiiert werden soll und werden dies mit der Familie besprechen.
  5. Liegt eine akute Kindeswohlgefährdung vor, so ist das Jugendamt befugt, das Kind in Obhut zu nehmen und bei einer geeigneten Stelle unterzubringen (immer unter Einbeziehung des Kindes).

Nach § 4 KKG sind bestimmte Berufsgruppen, die Geheimnisträger sind, befugt, das Jugendamt über eine vermutete Kindeswohlgefährdung zu informieren. Diese Fachkräfte haben auch einen Anspruch auf die Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft. Zu diesen Berufsgruppen zählen bspw. Lehrkräfte und Jugend-, Familien-, Suchtberaterinnen. Alle zugehörigen Berufsgruppen finden Sie im Gesetz.

Insoweit erfahrene Fachkraft:

Bei Fragen des Kinderschutzes steht Ihnen in RLP eine insoweit erfahrene Fachkraft zur Verfügung. Eine solche finden Sie in Ihrer Nähe am einfachsten, indem Sie Kontakt mit dem zuständigen Jugendamt aufnehmen.

Hilfreiche Materialien zum Thema Kinder aus suchtbetroffenen Familien:

https://www.lzg-rlp.de/de/suchtpraevention.html

Fortbildungsmöglichkeiten zum Thema

https://www.lzg-rlp.de/de/kinder-aus-suchtbelasteten-familien.html

NACOA

https://nacoa.de/

NACOA – Deutschland ist die Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Auf Ihrer Homepage findet neben einer breiten Information zum Thema, eine anonyme online Beratung für Kinder und Jugendliche, aber auch ggfs. für Sie als Fachkraft mit Beratungsbedarf zum Thema COA (Children of Alcoholics / Addicts). Hier können Sie außerdem auch hilfreiches Informationsmaterial bestellen.

KidKit

https://www.kidkit.de/index.php

KidKit ist eine Organisation, die sich speziell um Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien kümmert. Die Seite ist besonders für Jugendliche sehr hilfreich, da sie sich hier anonym informieren und beraten lassen können. Geschildert werden die Situationen Sucht, Glücksspielsucht, Gewalt und psychische Krankheiten im Elternhaus.

Anlaufstellen in Rheinland-Pfalz

https://www.lzg-rlp.de/anlaufstellen.html

Hier finden Sie alle wichtigen AnsprechpartnerInnen im Bereich der Suchthilfe und –prävention in Rheinland-Pfalz. Hier finden Sie Kontaktdaten zu Fachkräften der allgemeinen Suchtberatung, der Glücksspielsucht und der Internetsucht und der Suchtprävention.

Online-Beratungsstellenführer

https://www.dajeb.de/beratungsfuehrer-online/fuer-beratungsstellen/

Auf dieser Seite finden Sie alle Beratungsstellen in Deutschland. Hier können Sie auch Ihren Stadtnamen oder Ihre Postleitzahl eingeben und sich so die Beratungsstellen in Ihrem Ort anzeigen lassen. Auswählen können Sie außerdem in welchem Bereich Sie Beratung suchen.

Kinderschutzbund

https://www.dksb.de/